Allgemeine Informationen
Honigbienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren auf unserer Welt. Ohne sie gäbe es keine leckeren Marmeladen und auch die Obst- und Gemüseabteilungen in unseren Supermärkten wären keineswegs so gut gefüllt. Bienen bestäuben die Blüten der Pflanzen und sorgen somit dafür, dass aus den Blüten Früchte wachsen können.
Die Anatomie der Honigbiene
(Wissenschaft vom Bau eines Körpers und seiner Organe)
Honigbienen sind nicht nur klein und plüschig und haben nicht nur einen Stachel und Flügel. Zum Körperbau einer Biene gehört noch viel mehr. Im Folgenden wird der Körperaufbau der Biene einmal detailliert beschrieben und mit einer Grafik bildlich dargestellt. Bei der Klasse der Insekten, zu denen die Bienen gehören, ist es üblich, dass der Körper in drei Abschnitte geteilt ist.
Die Körperteile heißen
- - Kopf (Caput)
- Brust (Thorax)
- Hinterleib (Abdomen)
Honigbienen haben einen kleinen, sehr dünnen Panzer, der ihren gesamten Körper umgibt. Diese nennt man auch Chitinschicht. Man bezeichnet diese Schicht auch als Außenskelett. Die aller meisten Sinnesorgane befinden sich am Kopf der Biene. Hier befinden sich auch die Augen, die Facettenaugen genannt werden. Das Spannende an Facettenaugen ist, dass sie aus vielen zehntausend Einzelaugen bestehen. Diese sehen auch aus wie kleine Bienenwaben und sind sehr hochauflösend. Während das Auge eines Menschen nur etwa 60 Bilder pro Sekunde einfängt betrügt die Zahl bei Facettenaugen ca. 300 Bilder. Die Bienen bekommen also in jedes Einzelauge ein Bild und ihr Gehirn setzt es zu einem ganzen Bild zusammen. Bienen sehen also ein großes Blickfeld scharf während ein Mensch nur die Bildmitte mit seinem Linsenauge sehen kann. Je nach Art und auch innerhalb einer Art kann die Anzahl der Einzelaugen variieren. Eine Honigbiene besitzt außerdem noch drei Punktaugen auf ihrer Stirn. Das sind Lichtsinnesorgane, mit denen die Biene ihre innere Uhr besser stellen kann. Diese Augen helfen der Biene auch, hell und dunkel zu unterscheiden. Neben den Augen befinden sich am Kopf auch die Mundwerkzeuge der Biene und zwei Fühler. Die Mundwerkzeuge der Bienen ermöglichen es ihr, dass sie kauen und lecken kann und die Fühler, die auch Antennen genannt werden, dass die Biene schmecken und fühlen kann. An der Brust der Bienen befinden sich neben den Beinchen auch die Flügel. Bienen besitzen drei Beinchenpaare und zwei Flügelpaare. Interessant ist auch, dass die Biene in der Brust alle Muskeln zum Steuern und für die Bewegung ihrer Flügelpaare hat. Im Hinterleib hat die Biene all ihre lebenswichtigen Organe. Auch der sogenannte Stachelapparat befindet sich am Hinterleib. Hier muss man wissen, dass nur weibliche Bienen einen Stachel haben. Die männlichen Bienen, die auch Drohnen heißen, haben gar keinen Stachel. Sie haben nur ihre Geschlechtsorgane am Hinterleib.
Zu den inneren Organen der Biene gehören:
- - Herzschlauch
- Futtersaftdrüse
- Darm
- Wachsdrüse
- Stachelapparat
- Nervensystem
- Honigmagen
Die Vorderbeine benutzt die Honigbiene zum Putzen ihrer Fühler und ihrer Augen. Am Ende der Vorderbeinchen gibt es kleine Bürstchen, die sich Putzscharte nennen. Das benötigt die Biene und auch wirklich ganz sauber zu werden. Das Beinchenpaar in der Mitte hat nur die Aufgabe zu laufen und um sich auf den Untergründen festhalten zu können. Am interessantesten sind die hinteren Beinchenpaare: Bei den Arbeiterbienen befinden sich kleine flache Vertiefungen an den Hinterbeinen. Diese nennt man Körbchen und rundherum befinden sich lange Haare. Mit kleinen Bürstchen am ersten Fußglied werden die Pollen, die sich auf dem Rücken der Biene befinden, in die Körbchen gekämmt. Dadurch entstehen nach und nach Pollenhöschen. Wie oben schon erwähnt, besitzen Bienen vier Flügel. Es gibt zwei große Vorderflügel und zwei kleinere Flügel, die sich direkt hinter den Vorderflügeln befinden. Wenn die Biene fliegen möchte, dann hakt sie Vorder- und Hinterflügel in einander. Damit kann die Biene eine größere Flügeloberfläche bieten. Wenn die Biene ihre kleinen Muskeln im Brustteil ihres Körpers anspannt und nach unten drückt, so können die Flügel gehoben werden. Wenn die Biene dann ihre Muskeln wieder entspannt, senken sich ihre Flügel wieder.
Steckbrief einer Honigbiene
- - nach 10 Tage nach dem Schlüpfen
nur die Königin und Drohnen
- staatenbildendes Insekt
- bis zu 50.000 Bienen in einem Staat
- Bienen sind tagaktiv
| Größe: | 10 - 15 mm |
| Gewicht: | ca. 0,1 Gramm |
| Alter: | 1 Jahr, Bienenköniginnen bis zu 5 Jahren |
| Aussehen: | gelb-schwarz gestreift, "plüschig" |
| Nahrung: | Pollen und Nektar |
| Verbreitung: | auf der ganzen Welt außer der Arktis und Antarktis |
| Herkunft: | Europa, Afrika und Westasien |
| Lebensraum: | Felder, Wiesen, Wälder |
| Feinde: | Vögel, Hornissen, Bienenlaus, Milben |
| Paarungszeit: | Juni - August |
Im Gegensatz zur Wespe, kann eine weibliche Biene nur einmal stechen. Wenn die Biene ihren Stachel nach dem Stich herauszieht, reißt ihr kleiner Körper auseinander und die Biene stirbt. Bei einem Stich werden chemische Stoffe freigesetzt, die man auch Pheromone nennt. Das sind Botenstoffe, die die anderen Bienen riechen und sie vor Gefahren warnen.
Hierarchie in einem Bienenstaat
Artenvielfalt
Sowie man Pflanzen unterscheidet, so unterscheidet man Bienen. Es gibt Nutz- und Wildbienen. In Deutschland gibt es ca. 566 Bienenarten und auf der ganzen Welt insgesamt 20.355 Arten (Stand: 03. Januar 2019). Aber nur eine einzige Biene, nämlich die Honigbiene liefert Honig und Wachs in unserer heimischen Fauna.
Hier ein paar Beispiele für die verschiedenen Bienenarten:
Rainfarnbiene |
Filzbiene |
Duenenbiene |
Ackerhummel |